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FYRST Base ist für Freiberufler dauerhaft kostenlos. Inklusive deutscher IBAN, der Deutschen Bank im Rücken, und Bargeldabhebung an 7.000+ Automaten. Klingt nach dem perfekten Einstiegskonto. Aber die Kritik ist real: Onboarding-Briefe nach 11 Tagen noch unterwegs, App wie ein „alter Tresor mit nerviger Bedienungsanleitung“, Unterkonten nur gegen Gebühr und nur per Formular.
Was stimmt, was stört wirklich und für wen lohnt sich FYRST konkret? Ich habe für diesen Artikel die Tarife, echte Nutzerbewertungen und den direkten Vergleich mit Qonto, Kontist und Revolut unter die Lupe genommen – mit einem klaren Fazit.
Was ist FYRST überhaupt?
FYRST ist keine klassische Bank aber auch kein reines Fintech. Es ist die digitale Geschäftskonto-Tochter der Deutschen Bank, 2019 gegründet. Dein Vertragspartner ist die Deutsche Bank AG. Das bedeutet: deutsche IBAN, gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro und Zugang zum Postbank-Filialnetz.
Wichtig zu wissen: Die Einlagensicherung gilt gemeinsam für Deutsche Bank, Postbank und FYRST zusammen. Wer also bereits ein Konto bei einer dieser Banken hat, sollte das bei der 100.000-Euro-Grenze im Kopf behalten.
→ Noch beim allgemeinen Vergleich? In meinem Vergleich der besten Geschäftskonten für Selbstständige habe ich alle relevanten Anbieter nebeneinandergestellt.
Die vier Kontomodelle – was FYRST wirklich anbietet
Die meisten Vergleichsseiten zeigen nur Base und Complete. Tatsächlich gibt es aber vier Optionen.
FYRST Base – dauerhaft kostenlos für Freiberufler
Für Freiberufler und Einzelunternehmer dauerhaft 0 Euro im Monat. Gewerbetreibende und Personengesellschaften auch. GmbH und UG zahlen nach den ersten 6 Monaten 6 Euro im Monat. Die ersten sechs Monate sind aber auch für sie kostenlos.
Im Paket enthalten:
- 50 beleglose SEPA-Buchungen/Monat
- Girocard + FYRST Card Plus (Mastercard Debit)
- Apple Pay und Google Pay
- Kostenlose Bargeldabhebung an 7.000+ Automaten (Cash Group: Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, HypoVereinsbank)
- Deutsche IBAN
Jede weitere Buchung kostet 0,19 Euro. Wer monatlich Miete, Versicherung, Telefon, ein paar Eingangsrechnungen und Kundenzahlungen hat, liegt oft noch unter der Grenze von 50 Buchungen pro Monat. Rechne das aber kurz konkret durch, bevor du dich entscheidest.
FYRST Complete – 10 Euro im Monat
Complete kostet 10 Euro im Monat. Dafür gibt es 75 statt 50 kostenlose Buchungen, und jede weitere kostet nur 0,08 statt 0,19 Euro. Ein Unterkonto mit eigner IBAN ist inklusive. Das ist ganz praktisch für die Trennung von Rücklagen und laufendem Konto. Zusätzliche Unterkonten kosten je 6 Euro im Monat mit jeweils 50 weiteren kostenlosen Buchungen pro Monat.
Für Solo-Selbstständige mit überschaubarem Buchungsvolumen reicht Base fast immer. Complete lohnt sich, wenn du regelmäßig über 60–70 Transaktionen im Monat hast oder ein Unterkonto für Steuerrücklagen brauchst.
FYRST Premium – 24 Euro im Monat
Kein Freikontingent, dafür jede Buchung nur 0,04 Euro. Im Paket: bis zu 5 Unterkonten mit je eigener IBAN und eine kostenlose DATEV-Schnittstelle. Relevant für GmbHs oder Personengesellschaften mit hohem Buchungsvolumen und DATEV-Pflicht. Für Solo-Freelancer ist das Modell oftmals überdimensioniert.
FYRST Gründerkonto – kostenlos im 1. Jahr
Wer sein Unternehmen in den letzten 12 Monaten gegründet hat, bekommt das Complete-Konto im ersten Jahr kostenlos – inklusive sevdesk für 12 Monate gratis und einer kostenlosen DATEV-Schnittstelle. Ab dem zweiten Jahr gelten die Complete-Konditionen (10 Euro/Monat, DATEV dann 5 Euro/Monat extra).

Was wirklich gut funktioniert
1. Bargeld – das unterscheidet FYRST von allen Fintechs
Das ist kein Marketing-Punkt, sondern ein echter Praxisvorteil: 7.000+ kostenlose Geldautomaten in Deutschland, Bareinzahlungen in Postbank-Filialen. Qonto berechnet ab der zweiten Abhebung 2 Euro pro Vorgang, Revolut nimmt 2 % auf Abhebungen, Kontist bietet gar keine Bargeldeinzahlungen an.
Wer gelegentlich Barzahlungen von Kunden bekommt oder einen Kassenbestand führt – handwerkliche Selbstständige, Coaches mit Präsenzveranstaltungen, Vermieter – hat bei FYRST einen echten Vorteil.
2. Deutsche IBAN – keine Akzeptanzprobleme
Revolut gibt Freelancern in Deutschland keine deutsche IBAN. Das klingt erstmal egal, ist es aber nicht: Manche Finanzämter, Behörden und konservative Auftraggeber bevorzugen oder verlangen ausdrücklich eine DE-IBAN für Lastschriftmandate und Steueranmeldungen.
3. Buchhaltungs-Integrationen
FYRST bietet Rabatte auf sevdesk (bis zu 50 %) und lässt sich mit Lexware Office, Sage und DATEV verbinden. Wer sevdesk ohnehin nutzt, spart durch das Bundling echtes Geld. Den sevdesk-Test habe ich hier ausführlich beschrieben.
4. Kreditlinie und Business-Kredit
FYRST bietet beides: einen Kontokorrentkredit (Dispo, ab mind. 3 Jahren Unternehmensbestehen und ausreichender Bonität) und einen Business-Kredit von 10.000–250.000 Euro, komplett online beantragbar. Das ist ein echter Unterschied zu reinen Fintechs wie Kontist oder Revolut.
5. Der Support hat sich verbessert – aber es kommt auf den Tag an
Mittlerweile überwiegen die positive Erfahrungen mit dem Support: FYRST punktet mit schnellen Rückrufen, kompetenten Mitarbeitern und kurzen E-Mail-Antwortzeiten. Ein Nutzer schreibt auf Trustpilot beispielsweise, dass er sich noch nie bei einer Bank so gut aufgehoben gefühlt hat. Ein anderer war überrascht, wie schnell der Kundensupport auf E-Mails antwortet. Der telefonische Support ist erreichbar – allerdings nur bis 16:00 Uhr, was mehrfach kritisiert wird. Meine Erfahrungen mit dem Kundensupport von FYRST waren durchwachsen, aber die Tendenz geht in die positive Richtung.
Was mich stört – und das solltest du vor der Entscheidung wissen
1. Die App: funktional, aber nicht zeitgemäß
Das ist der meistgenannte Kritikpunkt in echten Nutzerbewertungen und er ist berechtigt. Die App hat vor ein paar Jahren den Absprung ins Hier und Jetzt verpasst. Mehrere Taps für einfache Aktionen, unerwartete Popups, kein flüssiges Nutzungserlebnis. Keine Push-Benachrichtigungen bei Kontobewegungen, kein Speichern von Überweisungsvorlagen.
FYRST hat 2026 mit eID-Onboarding, Face ID und Apple Pay nachgerüstet. Das Interface selbst ist aber nach wie vor das der klassischen Bank. Es ist wirklich keine schlechte Basis, aber nicht das, was Nutzer von Qonto oder Revolut gewohnt sind.
2. Knappe Tageslimits
Das Tageslimit für Barverfügungen am Automaten liegt bei 1.000 Euro, für Kartenzahlungen bei 2.000 Euro. Wer einen größeren Einkauf, wie Technik, Materialien, Messetickets, per Karte bezahlen will, kann das Limit online selbst erhöhen, bis zu 200.000 Euro. Das funktioniert, ist aber ein Extra-Schritt, den Nutzer erst kennen müssen.
3. Das Onboarding kann zur Geduldsprobe werden
Seit Januar 2026 gibt es eID-Identifikation, was deutlich schneller geht oder gehen sollte. Die Schnelligkeit des Onboardings hängt nämlich stark von deiner Rechtsform ab. Freiberufler und Einzelunternehmer profitieren von einer schnellen Kontoeröffnung, direkt nach dem Video-Ident. Gesellschaften (GmbH, UG, GbR) dagegen bekommen Zugangsdaten per Post und das kann sich ziehen. Ein Kunde berichtete mir, dass er erst nach fast 2 Wochen seine Unterlagen erhielt. Dafür hatte er in der Zwischenzeit aber ziemlich viel irrelevante Post von der Bank bekommen. Wer schnell handlungsfähig sein muss, sollte das einkalkulieren. Außerdem macht FYRST eine SCHUFA-Prüfung, das solltest du wissen, wenn deine Bonität Fragen aufwerfen könnte.
4. DATEV kostet extra – 5 Euro im Monat zusätzlich
Bei Base und Complete ist DATEV nicht im Preis enthalten. Das klingt erstmal nach wenig, ändert aber den Kostenvergleich spürbar. Wer FYRST Base + DATEV nutzt, zahlt effektiv 5 Euro/Monat (als Freiberufler) bzw. 11 Euro/Monat (als GmbH nach Monat 6). Qonto hat DATEV in den Bezahltarifen inklusive, Kontist ebenfalls.
5. Unterkonten: teurer und umständlicher als bei der Konkurrenz
Jedes zusätzliche Unterkonto bei FYRST kostet 6 Euro im Monat und muss per Formular beantragt werden, nicht per App-Klick. Wer drei Töpfe will (laufendes Konto, Steuerrücklage, Investitionsrücklage), zahlt im Base-Tarif 12 Euro extra. Revolut und Qonto bieten Unterkonten deutlich flexibler.
6. Kontosperrungen und Ablehnungen – seltener, aber real
Vereinzelt berichten Nutzer auf Trustpilot von grundlosen Kontoablehnungen ohne Begründung oder von IT-bedingten Zugangssperren, bei denen weder FYRST noch Deutsche Bank noch Postbank sich zuständig fühlten. Einer schrieb von 21 E-Mails, 4 Telefonaten und Briefen an Vorstandsmitglieder, bis das Problem gelöst wurde. Das sind Einzelfälle – aber sie existieren. Bei einem Geschäftskonto ist der Kontoverlust kein kleines Ärgernis.

FYRST im direkten Vergleich – für wen passt was?
| FYRST Base | Qonto | Kontist Free | Revolut Basic | |
| Grundgebühr Freiberufler | 0 € | 0 € | 0 € | 0 € |
| Beleglose Buchungen inkl. | 50 | 30 | 15 | 10 |
| Deutsche IBAN | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ |
| Bargeldabhebung | kostenlos (Cash Group) | ab 2. Abhebung 2 €/Vorgang | nicht möglich | 2 % Gebühr |
| Bareinzahlung | ✅ (3 €/5.000 €) | begrenzt | ❌ | ❌ |
| DATEV | +5 €/Monat | in Bezahltarifen inkl. | in Bezahltarifen inkl. | nicht verfügbar |
| Unterkonten | +6 €/Stück | kostenlos (1 inkl.) | nicht verfügbar | kostenlos |
| App-Erlebnis | funktional, veraltet | modern, intuitiv | modern, fokussiert | modern, international |
| Steuer-Automatismus | ❌ | ❌ | ✅ (Kern-Feature) | ❌ |
| Dispokredit | ✅ (ab 3 Jahren) | ❌ | ❌ | ❌ |
| Internationale Zahlungen | eingeschränkt | eingeschränkt | eingeschränkt | ✅ (Kernstärke) |
| Trustpilot-Bewertung | ~4 von 5 (2.300+ Bewertungen) | 4,8 von 5 | 4,1 von 5 | variiert |
Das Fazit aus dem Vergleich in einem Satz: FYRST gewinnt bei Bargeld, Dispokredit und DE-IBAN. Qonto gewinnt bei App und Funktionsumfang. Kontist gewinnt, wenn du Steuer-Automatismus willst. Revolut gewinnt, wenn du regelmäßig in Fremdwährungen zahlst.
Für wen lohnt sich das FYRST Geschäftskonto wirklich?
FYRST Base ist eine sehr gute Wahl, wenn du:
- Freiberufler oder Einzelunternehmer bist und ein dauerhaft kostenloses Konto suchst
- Gelegentlich Bargeld einzahlst oder abhebst
- Eine deutsche IBAN für Finanzamt, Behörden und Geschäftspartner brauchst
- Maximal 50 Transaktionen im Monat hast
- Keinen DATEV-Steuerberater hast – oder 5 Euro extra dafür kein Problem sind
- Lieber auf Bankinfrastruktur als auf Fintech-Optik setzt
FYRST ist weniger geeignet, wenn du:
- Eine moderne App ohne Geduldsmomente erwartest (→ Qonto oder Kontist)
- Automatische Steuerrückstellungen willst (→ Kontist)
- Viel in Fremdwährungen überweist (→ Revolut)
- Mehrere kostenlose Unterkonten brauchst (→ Revolut oder Qonto)
- Schnell ein Konto als GmbH oder UG brauchst und keine postalischen Wartezeiten willst
Als Vergleich: Wenn dir moderne UX und Features wie Team-Zugänge oder virtuelle Karten wichtig sind, schau dir meine Qonto Erfahrungen an. Für das rein kostenlose Konto mit Steuer-Automatismus ist Kontist einen Blick wert.
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FAQ
Ist FYRST wirklich kostenlos?
Für Freiberufler und Einzelunternehmer: ja, dauerhaft. GmbH und UG zahlen nach den ersten 6 Monaten 6 Euro im Monat.
Braucht FYRST eine SCHUFA-Prüfung?
Ja. FYRST prüft die SCHUFA bei der Kontoeröffnung – anders als einige reine Fintechs.
Wie lange dauert die Kontoeröffnung?
Für Freiberufler nach Video-Ident oft innerhalb von Minuten. Für Gesellschaften (GmbH, UG, GbR) kommen die Zugangsdaten per Post. Plane also mehrere Werktage ein. Karten folgen separat, in der Regel innerhalb von zwei Wochen.
Was kostet die Kreditkarte?
Girocard und Mastercard Debit (FYRST Card Plus) sind in allen Tarifen kostenlos. Die optionale Postbank Mastercard Business Classic ist im ersten Jahr kostenlos, ab dem zweiten Jahr 30 Euro jährlich. Die Gold-Variante kostet im ersten Jahr 40 Euro, danach 80 Euro jährlich.
Kann ich bei FYRST Bargeld einzahlen?
Ja. Bareinzahlungen sind in Postbank-Filialen möglich. Im Base-Tarif kostet das 3,00 Euro pro 5.000 Euro Einzahlung, im Complete-Tarif 2,50 Euro.
Was passiert, wenn ich mehr als 50 Buchungen im Monat habe?
Im Base-Tarif kostet jede weitere Buchung 0,19 Euro. Bei Complete zahlt man 10 Euro/Monat Grundgebühr, dafür nur 0,08 Euro pro Zusatzbuchung. Wer regelmäßig über 60–70 Transaktionen hat, fährt mit Complete günstiger.
Hat FYRST eine IBAN der Deutschen Bank?
Ja, eine echte DE-IBAN. Vertragspartner ist die Deutsche Bank AG.
Mein Fazit
FYRST ist das Geschäftskonto für Selbstständige, die Verlässlichkeit über Optik stellen. Wer ein Konto will, das einfach läuft, Bargeld ermöglicht und eine echte Bankinfrastruktur dahinter hat, und dafür nichts zahlen will, bekommt mit Base ein ehrliches Angebot.
Was es nicht ist: das modernste Interface auf dem Markt, die flexibelste Unterkonto-Lösung, oder das richtige Konto für jemanden, der sich täglich in der App aufhält und ein nahtloses digitales Erlebnis erwartet.
In meiner Erfahrung aus der Buchhaltungsberatung sehe ich bei Selbstständigen oft das gleiche Muster: Das kostenlose Konto läuft jahrelang problemlos im Hintergrund, solange keine Ausnahmesituation auftritt. Sobald es ein Problem gibt, wie gesperrter Zugang, IT-Umstellung, Kontoablehnung ohne Begründung, zeigt sich, ob der Support mitspielt. Bei FYRST ist das Bild gemischt: viele zufriedene Kunden, aber die negativen Erfahrungen sind real und kein Einzelfall.
Solide, aber nicht innovativ. Und manchmal ist solide genau das, was man braucht.
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