Finom Erfahrungen: Mein ehrliches Urteil zum Geschäftskonto für Freelancer

Freelancerin nutzt Finom Geschäftskonto am Laptop

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Alle bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Sie sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Investitionen sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust. Ich übernehme keine Haftung für finanzielle Verluste, die aus der Nutzung dieser Informationen entstehen.

Meine Finom Erfahrungen in einem Satz zusammengefasst: Es ist ein Geschäftskonto, das gleichzeitig Rechnungen schreibt, Belege sortiert und Buchhaltung abdeckt, ohne extra Software. Der kostenlose Solo-Tarif klingt auf den ersten Blick unschlagbar. Ob er in der Praxis hält was es verspricht, erfährst du hier.

Einen Überblick über alle relevanten Geschäftskonten für Selbstständige findest du im großen Geschäftskonto-Vergleich.

Was ist Finom überhaupt?

Finom ist ein niederländisches Fintech, das seit Oktober 2020 auf dem deutschen Markt aktiv ist. Als lizenziertes E-Geld-Institut, beaufsichtigt von der niederländischen Zentralbank DNB (De Nederlandsche Bank), ist es kein klassisches Bankkonto. Das ist wichtig zu verstehen, weil es direkte Auswirkungen auf den Schutz deiner Gelder hat aber dazu gleich mehr.

Was Finom ausmacht ist, dass es Geschäftskonto mit integriertem Rechnungstool, Belegverwaltung und Buchhaltungsfunktionen kombiniert. Alles in einem Paket, ohne separate Software dazukaufen zu müssen.

Wie sicher ist mein Geld bei Finom?

Das ist die Frage, die ich bei Neobanken immer zuerst stelle. Finom ist keine klassische Bank und unterliegt daher nicht der gesetzlichen Einlagensicherung nach EU-Richtlinie. Das gilt für alle Konten mit der eigenen Finom-Lizenz, also alle Neukunden seit 2025. Finom schreibt selbst: „Ihr Finom-Zahlungskonto ist kein Einlagenkonto.“. Das bedeutet konkret, dass bei diesen Konten kein staatlicher Schutz bis 100.000 Euro, wie bei einer klassischen Bank, existiert.

Was stattdessen greift ist eine DNB-beaufsichtigte Treuhandstiftung, die Kundengelder vollständig vom Firmenvermögen von Finom trennt und bei der BNP Paribas verwahrt. Im Insolvenzfall von Finom oder BNP Paribas sollen die Gelder, unter Aufsicht der DNB, zurückgezahlt werden. Das ist zwar kein staatlicher Einlagenschutz, aber ein reguliertes, insolvenzfestes Treuhandsystem. Für die Steuerrücklage in einem separaten Wallet ist das ausreichend. Wer größere Summen langfristig parken möchte, sollte das wissen.

Die Finom-Tarife im Überblick

Seit September 2025 gibt es fünf Tarife. Finom hat die Struktur komplett überarbeitet und dabei die alten Namen geändert:

TarifPreis mtl. (flex)Preis mtl. (Jahresabo)NutzerFür wen
Solo0 €0 €1Freiberufler, Solo-SE
Basic10,99 €*8,99 €*2Kleinstunternehmen
Smart27,99 €*23,99 €*Kleine Teams
Pro149 €*119 €*Wachsende Unternehmen
Grow339 €*249 €*KMU

*Alle Preise netto zzgl. MwSt. – Stand Mai 2026

Für die meisten Freelancer und Solo-Selbstständigen sind nur Solo und Basic wirklich relevant. Auf diese beiden schaue ich deshalb genauer.

Finom App Geschäftskonto Übersicht auf Smartphone

Finom Solo: Das kostenlose Konto – aber mit Haken

Der Solo-Tarif ist dauerhaft kostenlos und ausschließlich für Freiberufler und Soloselbstständige ohne Angestellte gedacht. Du bekommst eine deutsche IBAN, eine virtuelle Visa Debitkarte und Zugang zum Rechnungstool. Die Einschränkungen kommen beim Kleingedruckten.

Das SEPA-Modell ist volumenbasiert. Das ist ungewohnt, aber eigentlich fair. Du kannst ausgehende Überweisungen bis zu einem Gesamtvolumen von 2.500 Euro pro Monat kostenlos versenden. Überschreitest du das, fällt eine Gebühr von 0,3 Prozent auf den übersteigenden Betrag an. Pro Einzelüberweisung ist die Gebühr auf maximal 150 Euro gedeckelt. Eine Pauschale pro Buchung gibt es nicht. Das 2-Euro-Modell pro Überweisung existiert seit der Tarifüberarbeitung 2025 nicht mehr.

Was fehlt im Solo-Tarif:

  • Keine physische Karte im Standard (3 Euro extra pro Monat)
  • Kein Cashback
  • Keine Buchhaltungssoftware-Integration per API – nur das browserbasierte eigene Tool
  • Keine kostenlosen Bargeldabhebungen
  • Kein Dispo, keine Kontoüberziehung in keinem Tarif

Finom Basic: Wann lohnt sich das Upgrade?

Ab Basic ändern sich die Konditionen deutlich. Für 8,99 Euro im Monat (Jahresabo) bekommst du ein SEPA-Freivolumen von 25.000 Euro monatlich, eine physische Karte ohne Aufpreis, 1 Prozent Cashback auf Kartenzahlungen (bis max. 15 Euro im Monat) und die API-Integration für Buchhaltungssoftware und DATEV.

Die konkrete Break-Even-Rechnung: Im Solo-Tarif kostet jeder Euro über 2.500 Euro Monatsausgaben 0,3 Prozent. Basic kostet 8,99 Euro monatlich. Das bedeutet: Ab rund 5.500 Euro ausgehenden Überweisungen pro Monat ist Basic günstiger als Solo, rein auf Basis der SEPA-Überweisungen. Wen zusätzlich eine physische Karte gebraucht wird (spart 3 Euro), liegt der Kipppunkt schon bei etwa 4.500 Euro. Mit dem 1-Prozent-Cashback auf Kartenzahlungen sinkt er weiter: Bei 500 Euro monatlichen Kartenausgaben beträgt der effektive Basic-Preis noch rund 4 Euro. Dann rechnet sich das Upgrade schon ab 3.800 Euro Überweisungsvolumen.

Noch ein Faktor, der in keinem Vergleichsartikel auftaucht: Das Zinskonto ist in beiden Tarifen verfügbar aber im Solo-Tarif nur bis 10.000 Euro, im Basic-Tarif bis 50.000 Euro. Wer mehr als 10.000 Euro Steuerrücklage oder Liquiditätsreserve hält, bekommt auf den übersteigenden Betrag im Solo-Tarif schlicht keinen Zins. Bei 1,75 Prozent regulärem Satz und 20.000 Euro Anlagesumme macht das 175 Euro Mehrertrag pro Jahr für Basic-Kunden. Die Grundgebühr von 107,88 Euro ist damit mehr als gedeckt.

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Meine Finom Erfahrungen nach dem echten Praxistest

Was wirklich funktioniert: Die Kontoeröffnung läuft komplett digital in etwa 15 Minuten. VideoIdent per Smartphone, keine Filiale, keine Wartezeit. Die App ist aufgeräumt und intuitiv. Apple Pay und Google Pay sind von Anfang an dabei.

Das integrierte Rechnungstool ist der eigentliche Trumpf. Du erstellst Rechnungen direkt im Konto, vergibst Rechnungsnummern, verschickst per Mail und der Zahlungseingang wird automatisch zugeordnet. Für Freelancer, ohne separates Buchhaltungsprogramm, ist das ein echter Zeitgewinn. E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD) sind ebenfalls enthalten – wichtig für alle, die mit öffentlichen Auftraggebern arbeiten.

Die Wallets, Unterkonten mit eigener IBAN, sind eine praktische Idee. Du kannst ein Wallet „Steuerrücklagen“ für deine Finanzplanung als Selbstständiger anlegen und eines für ein laufendes Projekt beispielsweise. Im Solo-Tarif gibt es ein Wallet, ab Basic zwei. Anders als Kontist macht Finom das aber nicht automatisch. Du buchst manuell um und es gibt keine automatische Steuerberechnung. Kontist bietet automatische Steuerberechnung für Freelancer, die das bevorzugen. Dafür ist es teurer.

Neu seit Anfang 2026: Finom bietet ein integriertes Zinskonto an. Liquide Mittel lassen sich direkt aus dem Konto in einen Geldmarktfonds umleiten und das ohne separates Konto oder Papierkram. Neukunden erhalten für die ersten fünf Monate einen Aktionszins von 5 Prozent p.a. Danach gilt ein tarifabhängiger Standardsatz von 0,10 bis 1,75 Prozent p.a. Das Geld fließt in MiFID-regulierte Geldmarktfonds, verwaltet von Aksys Global Markets, und gilt als Sondervermögen. Es existiert zwar kein Einlagenschutz, aber das Tagesgeld ist rechtlich getrennt von Finom. Für Freelancer, die Steuerrücklagen nicht einfach unverzinst liegen lassen wollen, ist das ein ernstzunehmendes Feature.

Rechnungen und Buchhaltung mit Finom für Freelancer

Was mich gestört hat

Die Solaris-Bank-Migration 2025 war ein echter Dämpfer für Bestandskunden. Finom betrieb bis dahin seine Konten über die Solaris Bank als Partnerinstitut und wechselte dann auf eine eigene EMI-Lizenz. Wer schon Kunde war, musste neue IBANs akzeptieren. Wer viele SEPA-Lastschriften laufen hatte, stand kurzzeitig ohne funktionierende Abbuchungen da und der Support war schlichtweg überlastet. Wer heute neu einsteigt, ist davon nicht betroffen. Du startest direkt auf der Finom-eigenen Infrastruktur. Das abgeschlossene Kapitel bleibt aber relevant als Fingerzeig, denn Infrastrukturwechsel bei Neobanken können operativen Stress bedeuten.

Zweiter Kritikpunkt: Das SEPA-Volumenmodell im Solo-Tarif ist für viele Nutzer anfangs undurchsichtig. 0,3 Prozent auf das übersteigende Volumen klingt harmlos. Bei 10.000 Euro ausgehenden Überweisungen monatlich sind das bereits 22,50 Euro Mehrkosten (7.500 Euro × 0,3 Prozent). Das ist die halbe Monatsgebühr von Basic. Transparenz schafft hier die Entscheidungserleichterung. Du musst es einmal ausrechnen und dann weißt du, wo du stehst.

Wer international unterwegs ist bezahlt bei Fremdwährungsüberweisungen 7,50 Euro Fixgebühr unter 12.500 Euro Überweisungsbetrag, ab 12.500 Euro sind es dann 1 Prozent. Es ist moderat, aber wir haben es auch schon günstiger gesehen.

Drittes Problem: Kein Bargeldeinzahlen. In keinem Tarif. Für Freelancer und Dienstleister die ausschließlich digital arbeiten ist das kein Problem. Wer aber gelegentlich Barzahlungen annimmt, hat damit keine Lösung.

Für wen ich Finom empfehle – und für wen nicht

Finom macht Sinn, wenn du:

  • Freiberufler/in oder Soloselbstständige/r bist und ein kostenloses Konto mit Rechnungstool suchst
  • Monatlich unter 5.000 Euro in ausgehenden Überweisungen hast (Solo) oder darüber (Basic)
  • Digital arbeitest und kein Bargeld einzahlst
  • E-Rechnungen ausstellen musst (B2B-Auftraggeber)
  • Buchhaltung und Banking in einem Tool bündeln willst
  • eine UG oder GmbH gründen willst – Finom bietet ein dediziertes Gründungskonto zur Stammkapital-Einzahlung, fehlende Unterlagen können 90 Tage nachgereicht werden

Finom ist weniger geeignet, wenn du:

  • Regelmäßig Bargeld einzahlst
  • Eine automatische Steuerberechnung, wie bei Kontist, brauchst
  • Auf eine gesetzliche Einlagensicherung nach EU-Standard nicht verzichten möchtest
  • Einen klassischen Dispokredit erwartest
  • Eine starke DATEV-Push-Integration direkt ins Rechenzentrum brauchst (dafür ist Qonto besser)

Wer mehr Optionen vergleichen möchte kann sich FYRST als Alternative mal anschauen. Das Konto der Deutschen Bank bietet klassischeres Banking für Selbstständige, inklusive gesetzlicher Einlagensicherung und Bargeldeinzahlungen, allerdings ohne integriertes Rechnungstool.

Fazit: Lohnt sich Finom für Freelancer?

Für Freelancer/innen und Soloselbstständige, die digital arbeiten und Buchhaltung, sowie Rechnungsstellung, in einem Tool bündeln wollen, ist Finom eine der stärksten Optionen auf dem Markt. Der kostenlose Solo-Tarif hat echte Substanz, aber nur, wenn deine ausgehenden Zahlungen unter 5.000 Euro im Monat bleiben. Darüber lohnt Basic für 8,99 Euro im Monat. Der fehlende, gesetzliche Einlagenschutz ist die wichtigste Einschränkung. Wer das kennt und mit der alternativen Absicherung leben kann, bekommt ein sehr gutes Produkt.

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FAQ zu Finom

Ist Finom eine echte Bank?

Nein. Finom ist ein lizenziertes E-Geld-Institut mit Sitz in den Niederlanden, beaufsichtigt von der DNB (Niederländische Zentralbank). Keine klassische Banklizenz, kein Dispokredit aber volle SEPA-Fähigkeit. Kundengelder werden durch eine DNB-beaufsichtigte Treuhandstiftung bei BNP Paribas verwahrt. Die gesetzliche Einlagensicherung nach EU-Standard greift nicht.

Gibt es eine Schufa-Abfrage bei Finom?

Nein. Da Finom ausschließlich auf Guthabenbasis arbeitet und keinen Kredit vergibt, findet keine Schufa-Prüfung statt. Das macht das Konto auch für Selbstständige mit jungem oder schmalem Schufa-Profil zugänglich.

Kann ich Finom als GmbH nutzen?

Ja, aber nicht mit dem kostenlosen Solo-Tarif. Der ist ausschließlich für Freiberufler/innen und Einzelunternehmer/innen. GmbHs, UGs und andere Kapitalgesellschaften brauchen mindestens den Basic-Tarif.

Was hat sich bei Finom 2025 geändert?

Im September 2025 hat Finom die Tarifstruktur komplett überarbeitet. Aus vier Tarifen wurden fünf, mit neuen Namen. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit mit der Solaris Bank beendet. Bestandskunden erhielten neue IBANs, was vorübergehend zu Problemen bei SEPA-Lastschriften führte. Der Übergang ist abgeschlossen. Neukunden starten direkt auf der eigenen Finom-Infrastruktur und sind von der Migration nicht betroffen.

Ab wann lohnt sich der Wechsel von Solo auf Basic?

Ab rund 5.000 Euro ausgehenden Überweisungen pro Monat ist Basic günstiger als Solo – schon rein auf Basis der SEPA-Gebühren. Mit dem eingesparten Kartengeld (3 Euro), dem höheren Zinssatz und dem 1-Prozent-Cashback liegt der tatsächliche Kipppunkt schon bei etwa 3.800 Euro monatlichen Ausgaben.

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