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Buchführung ist für die meisten Selbstständigen das Thema, das sie am längsten vor sich herschieben. Meist nicht weil sie es nicht verstehen, sondern weil sie nicht wissen womit. Eine Software zu finden, die sich nicht anfühlt wie ein Steuerbescheid kann schwierig sein. Lexoffice (heute offiziell Lexware Office) verspricht, das zu ändern. Ob sie das Versprechen halten, erfährst du hier.
Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.
Was ist Lexoffice – und warum heißt es jetzt Lexware Office?
Kurze Erklärung, damit keine Verwirrung entsteht: Im September 2024 hat Haufe-Lexware die Software von „lexoffice“ in „Lexware Office“ umbenannt. Die Funktionen, die Preise, die Logik – alles bleibt gleich. Nur der Name hat sich geändert. Ich nutze im Artikel beide Namen, weil die meisten Menschen noch nach „lexoffice“ suchen.
Lexware Office ist eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware aus Deutschland, entwickelt von Haufe-Lexware. Keine Installation, kein lokales Backup, keine Windows-only-Probleme. Du loggst dich ein und kannst quasi sofort starten. Genau das macht es für Freelancer und Solopreneure interessant.
Warum ich Lexoffice getestet habe
Oftmals starte ich mit Klienten bei Null. Keine Struktur, keine Vorjahresdaten und kein Buchhaltungsprogramm. In ganz vielen Fällen wurde als eine der ersten Optionen vom Kunden Lexoffice als Software für die Buchhaltung vorgeschlagen. In diesem Zusammenhang tauchen aber immer wieder dieselben Fragen auf: Welches Paket ist das richtige für mich? Reicht das überhaupt für meine Buchhaltung? Brauche ich alle angebotenen Optionen? Irgendwann hatte ich genug davon. Also habe ich die Software selbst systematisch getestet.
Ich habe die Software intensiv durchgespielt. Von der Registrierung über die Rechnungserstellung bis zur EÜR-Vorbereitung für den Steuerberater. Was ich dabei erlebt habe, liest du hier.
Erste Eindrücke: Onboarding und Oberfläche
Der Einstieg geht schneller als erwartet. E-Mail-Adresse eingeben, Unternehmensdaten hinterlegen, Gewinnermittlungsart wählen (EÜR oder Bilanz), fertig. Das Dashboard zeigt sofort, was wichtig ist: offene Rechnungen, Kontostand, ausstehende Buchungen.
Die Oberfläche ist klar und aufgeräumt. Keine versteckten Menüpunkte, keine überladene Toolbar. Wer noch nie mit Buchhaltungssoftware gearbeitet hat, findet sich hier schneller zurecht als bei anderen Tools. Das Hauptmenü links führt zu allem Wichtigen: Belege, Rechnungen, Banking, Berichte.
Die wichtigsten Lexoffice Funktionen im Überblick
Was du mit Lexoffice tatsächlich machen kannst, hängt stark vom gewählten Tarif ab. Hier ein Überblick über die Kernfunktionen:
Rechnungen erstellen und versenden
Ab Tarif M kannst du Rechnungen, Angebote, Lieferscheine und Mahnungen erstellen. Das geht schnell: Kunden aus der Datenbank auswählen, Positionen hinzufügen, versenden. Eine Rechnung ist in zwei Minuten fertig. Wiederkehrende Rechnungen lassen sich automatisieren – einmal einrichten, dann läuft es von allein.
Praktisch: Du kannst abgeschlossene Rechnungen nachträglich bearbeiten. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht bei allen Programmen. Rechnungen lassen sich direkt aus Lexoffice heraus per E-Mail verschicken oder als PDF herunterladen.
Belegverwaltung und Belegscanner
Schon im kleinsten Tarif S kannst du Belege digital archivieren. Die Mobile App hat einen eingebauten Belegscanner. Einfach Foto machen und die OCR liest Betrag und Datum automatisch aus. Anschließend wird der Beleg zugeordnet. In der Praxis funktioniert das wirklich gut. Bei klaren Kassenbons ist die Erkennung sehr zuverlässig, bei handgeschriebenen oder verblassten Belegen hakelt die sie manchmal.
Alle Belege werden GoBD-konform archiviert. Das bedeutet, dass sie unveränderbar gespeichert werden und alle Änderungen nachvollziehbar bleiben. Das ist für Betriebsprüfungen tatsächlich sehr relevant. Die Software wurde von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft dafür testiert.
Bankanbindung und automatischer Abgleich
Du kannst dein Geschäftskonto direkt mit Lexoffice verbinden. Kontoumsätze werden automatisch importiert und mit vorhandenen Rechnungen und Belegen abgeglichen. Was passt, wird automatisch verbucht. Was nicht eindeutig zuzuordnen ist, landet in der Aufgabenliste. Das spart nicht unerheblich viel Zeit gegenüber manueller Verbuchung.
Buchhaltung: EÜR, GuV und Umsatzsteuervoranmeldung
Die eigentlichen Buchhaltungsfunktionen sind erst ab Tarif L verfügbar. Dazu gehören die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR), die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), die Umsatzsteuervoranmeldung (via ELSTER-Schnittstelle) und das elektronische Kassenbuch. Für Freelancer und Kleinunternehmer, die eine EÜR erstellen müssen, ist Tarif L der sinnvolle Einstieg.
Die Umsatzsteuer-Voranmeldung funktioniert direkt aus der Software heraus. Lexoffice bereitet die Zahlen auf und sendet sie via ELSTER-Schnittstelle direkt ans Finanzamt, ohne Steuerberater. Das spart Zeit und reduziert Fehler bei der manuellen Übertragung in das hauseigene Voranmelde-System der Finanzämter. Wer einen Steuerberater hat, kann diesem direkten Zugang zu seinem LexWare Office-Account via eigenem Login gewähren.
E-Rechnung und XRechnung
Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich: Unternehmen müssen strukturierte elektronische Rechnungen empfangen können (§ 14 UStG, neu gefasst durch das Wachstumschancengesetz). Lexoffice unterstützt den XRechnung-Standard und die ZUGFeRD-Formate. Das allerdings erst ab Tarif XL. Wer regelmäßig an andere Unternehmen oder öffentliche Auftraggeber fakturiert, kommt an Tarif XL leider nicht vorbei.
DATEV-Export
Lexoffice exportiert Daten im DATEV-Format. Das ist nicht zu unterschätzen, wenn dein Steuerberater mit DATEV arbeitet (was die Mehrzahl der deutschen Steuerberater tut). Der Export funktioniert unkompliziert und erspart die manuelle Aufbereitung und Übertragung.
Lexoffice Preise 2026 – alle Tarife im Überblick
Lexoffice hat vier Tarife: S, M, L und XL. Alle sind monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Aktuell gibt es für Neukunden 50 % Rabatt für die ersten drei Monate (Stand 10.04.26). Alle Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt.
| Tarif | Preis (Neukunde) | Preis (regulär) | Wofür geeignet |
|---|---|---|---|
| S | 3,95 €/Monat | 7,90 €/Monat | Nur Belegverwaltung (Erfassung & Archiv), keine Rechnungen |
| M | 6,45 €/Monat | 12,90 €/Monat | Rechnungen + Angebote + CRM + Mahnungen |
| L | 10,95 €/Monat | 21,90 €/Monat | Vollständige Buchhaltung, EÜR, USt-Voranmeldung |
| XL | 16,45 €/Monat | 32,90 €/Monat | XRechnung, Abo-Rechnungen, erweiterte Reports, EU-Rechnungen |
Zusätzlich gibt es ein optionales Modul „Lohn & Gehalt“ – relevant wenn du Mitarbeiter hast. Die Kosten richten sich nach der Mitarbeiteranzahl. Für reine Solopreneure ohne Angestellte ist das Modul nicht notwendig.
Gründer können Lexoffice 6 Monate kostenlos mit vollem XL-Funktionsumfang testen (Gründeredition). Für alle anderen gibt es 30 Tage kostenlosen Test. Der Testmonat endet automatisch. Es ist kein aktives Kündigen nötig. (Werbung) Hier kannst du Lexoffice 30 Tage kostenlos testen →
Was wirklich gut funktioniert – meine Erfahrungen
1. Die Zeitersparnis beim Belege-Matching ist real. Ich habe mit Klienten gearbeitet, die vorher Stunden damit verbracht haben, Kontoauszüge manuell mit Belegen abzugleichen. Nach dem Umstieg auf Lexoffice haben sie mir gesagt, dass das Banking-Modul diesen Prozess auf 20–30 Minuten pro Woche reduziert hat. Nicht weil alles automatisch perfekt läuft, sondern weil die Software die schwere Arbeit übernimmt und man nur noch die Ausnahmen prüfen muss.
2. Der Steuerberater-Zugang ist ein echtes Feature. Du kannst deinem Steuerberater direkten Lesezugang zu deinen Daten geben. Keine Excel-Tabellen hin- und herschicken. Keine ZIP-Ordner per E-Mail. Einfach Zugang teilen, fertig. Wer das einmal erlebt hat, will wirklich nicht zurück.
3. Die Mobile App funktioniert im Alltag. Beleg scannen in der U-Bahn, Rechnung prüfen vom Café aus, Kontostand checken zwischen zwei Terminen. All das läuft stabil. Die App ist kein abgespecktes Anhängsel, sondern wirklich benutzbar und unheimlich nützlich.

Was mich stört und enttäuscht – ehrliche Kritik
1. Die Belegscanner-Texterkennung ist nicht immer zuverlässig. Bei gut lesbaren Kassenbons klappt es prima, wirklich. Bei älteren oder leicht verblassten Belegen muss man nachkorrigieren. Das ist kein Dealbreaker, aber es bedeutet, dass die Zeitersparnis beim Scannen nicht immer so groß wie erhofft ist.
2. XRechnung und E-Rechnung erst ab XL. Seit Januar 2025 müssen alle B2B-Unternehmen E-Rechnungen empfangen können (§ 14 UStG). Das Versenden von XRechnungen ist bei Lexoffice aber erst im teuersten Tarif enthalten. Wer viel mit Geschäftskunden fakturiert, braucht XL. Das kostet regulär über 30 € netto im Monat.
3. Kein persönlicher Support per Telefon. Bei komplexen Fragen landest du im Ticketsystem. Das ist in der Praxis oft ausreichend aber wenn du mitten in der Steuervoranmeldung feststeckst, ist „Ticket öffnen und warten“ keine befriedigende Antwort. GetApp-Bewertungen bestätigen das als häufigen Kritikpunkt.
Für wen lohnt sich Lexoffice – und für wen nicht
Lexoffice lohnt sich für dich wenn:
- Du als Freelancer oder Kleinunternehmer selbst deine Buchhaltung machst
- Du eine EÜR erstellst (keine Bilanzierungspflicht)
- Du mit einem Steuerberater zusammenarbeitest und ihm Zugang zu deinen Daten geben möchtest
- Du unterwegs Belege erfassen willst
- Du eine deutsche Software mit DATEV- und ELSTER-Anbindung brauchst
Lexoffice lohnt sich weniger wenn:
- Du bilanzierungspflichtig bist und eine tiefgreifende Buchführung brauchst
- Du ein sehr kleines Budget hast und fast nie Rechnungen stellst (dann reicht eine kostenlose Lösung)
- Du sehr spezifische Branchenanforderungen hast (z.B. Baulohn, öffentlicher Dienst)
- Du regelmäßig XRechnungen versenden musst, aber nicht für XL zahlen willst
Meine Empfehlung aus der Praxis: Die meisten Selbstständigen, die ich begleite, sind mit Tarif L gut bedient. Er enthält die EÜR, die Umsatzsteuervoranmeldung und alle wesentlichen Buchhaltungsfunktionen. Tarif M ist sinnvoll, wenn du nur Rechnungen stellen willst und keine komplexe Buchhaltung brauchst.
Lexoffice Alternativen – kurzer Überblick
Lexoffice ist nicht das einzige Tool auf dem Markt. Wer mehr Optionen vergleichen möchte: Im Vergleich der besten Buchhaltungsprogramme für Selbstständige 2026 habe ich Lexoffice, sevdesk, FastBill, Papierkram und weitere Tools direkt gegenübergestellt. Für alle, die Lexoffice und sevdesk direkt vergleichen wollen: Den detaillierten Lexoffice vs. sevdesk Vergleich findest du hier.
Häufige Fragen zu Lexoffice
Ist Lexoffice GoBD-konform?
Ja. Lexoffice speichert alle Belege unveränderbar und lückenlos nachvollziehbar. Das entspricht den Anforderungen der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form). Die Software wurde dafür von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft testiert.
Welchen Tarif brauche ich als Freelancer?
Für die meisten Freelancer mit EÜR und Umsatzsteuerpflicht ist Tarif L die sinnvolle Wahl. Er enthält alle Buchhaltungsfunktionen inklusive EÜR und Umsatzsteuervoranmeldung. Tarif M reicht, wenn du nur Rechnungen stellen und keine tiefergehende Buchhaltung in der Software machen willst. Tarif S ist für reine Belegverwaltung – als Freelancer reicht das in den meisten Fällen allerdings nicht.
Kann ich Lexoffice kostenlos testen?
Ja, 30 Tage kostenlos, mit vollem Zugriff auf alle XL-Funktionen und Lohn&Gehalt. Kein aktives Kündigen nötig, der Test endet automatisch. Gründer können sogar 6 Monate die Gründeredition mit XL-Funktionsumfang kostenfrei nutzen.
Lexoffice oder Lexware Office – was ist der Unterschied?
Kein Funktionsunterschied. Lexware Office ist der neue Name seit September 2024, Lexoffice war der alte Name. Gleiche Software, gleiche Preise, gleicher Login. Haufe-Lexware hat nur das Branding vereinheitlicht.
Mein Fazit zum Lexoffice Test 2026
Lexoffice (Lexware Office) ist eine solide, gut durchdachte Buchhaltungslösung für Selbstständige und Freelancer in Deutschland. Die Bankanbindung und der automatische Belegabgleich sind echte Zeitsparer. Die DATEV- und ELSTER-Integration funktioniert zuverlässig. Der Einstieg gelingt auch ohne Buchhaltungskenntnisse.
Die wichtigste Schwachstelle: E-Rechnungsfunktionen (XRechnung) sind erst im teuersten Tarif enthalten – obwohl die E-Rechnungspflicht im B2B seit 2025 gilt. Das treibt den Preis für bestimmte Nutzergruppen unweigerlich nach oben.
Für die meisten Freelancer und Solopreneure ist Lexoffice dennoch eine der besten verfügbaren Lösungen auf dem deutschen Markt. Wer unsicher ist: Der 30-tägige Testzugang kostet nichts und gibt dir genug Zeit, alle Funktionen in Ruhe auszuprobieren.
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