E-Mail-Marketing für Selbstständige: Welches Tool lohnt sich wirklich?

Selbstständige wählt E-Mail-Marketing-Tool am Laptop

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Du willst endlich eine Mailingliste aufbauen und die drei bekanntesten Tools stehen noch zur Auswahl. Irgendwie klingen alle ähnlich und jedes hat einen Haken. Brevo, Mailchimp, MailerLite: Welches davon ist das richtige für dich, wenn du das alleine macht?

Ich nutze selbst Brevo für eigenboss.de als E-Mail-Marketing für Selbstständige und habe alle drei Tools genauer angeschaut. Hier bekommst du keine Tool-Liste ohne Meinung, sondern eine klare Empfehlung mit Begründung.

Was du wirklich brauchst – und was nicht

Bevor wir die Tools vergleichen, kurz zum Wichtigsten: Was sollte ein E-Mail-Marketing Tool für Selbstständige überhaupt bieten? Und was ist reine Geldverschwendung?

Wir Solo-Selbstständige und Freelancer benötigen keine riesige Automation-Maschinerie, kein CRM für 5.000 Kontakte, kein A/B-Test-Labor. Wir brauchen eine einfache Möglichkeit, regelmäßig mit deiner Kontaktliste zu kommunizieren. Und das Ganze DSGVO-konform, weil du als Selbstständiger in Deutschland auch persönlich dafür haftest, dass beim Newsletterversand keine Daten in die falschen Hände geraten.

Drei Features sind kaufentscheidend:

  • DSGVO-konforme Server – dein Anbieter muss Daten in der EU verarbeiten
  • Kostenloser Einstieg – zum Testen, ohne direkt Geld zu verbrennen
  • Einfache Automationen – mindestens eine Willkommens-Sequenz

Alles andere ist nice to have, aber nicht notwendig. Mit diesem Kriterien in der Tasche schauen wir uns die drei bekanntesten Tools an.

Vergleich Brevo MailerLite Mailchimp für Freelancer

Brevo – mein persönlicher Favorit für Selbstständige

Brevo hieß bis 2023 Sendinblue und ist ein europäisches Tool mit Wurzeln in Deutschland und Frankreich. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern unglaublich relevant, denn die Server stehen in Frankfurt und Paris. Es ist also kein US-Anbieter und wir befinden uns damit auch nicht in irgendeinem Datenschutz-Graubereich.

Was Brevo von Mailchimp und MailerLite unterscheidet ist, dass du nicht nach Kontaktanzahl zahlst, sondern nach versendeten E-Mails. Das klingt zunächst abstrakt, macht aber einen riesigen Unterschied, wenn deine Liste wächst, du aber nur einmal pro Woche schreibst.

Brevo Tarife im Überblick (Stand 05/2026)

TarifPreisE-Mails/MonatBesonderheit
Free0 €300/Tag (~9.000/Mo)Brevo-Logo sichtbar, Automation bis 2.000 Kontakte
Starterab 7 €/Moab 5.000Logo-Entfernung: +9 €/Mo, SMS-Versand
Standardab 15 €/Moab 5.000Unbegrenzte Automationen, A/B-Tests, Landingpages

Ich selbst nutze den Standard-Tarif für eigenboss.de. Der Drag-and-Drop-Editor ist intuitiv und die Willkommens-Sequenz war damit in unter einer Stunde aufgesetzt. Was mich am Anfang verwirrt hat ist die Kombination aus E-Mail-Limit und Kontaktlimit in den günstigen Stufen. Wer unter 500 Kontakte hat und wenig versendet, ist mit dem Free-Tarif gut bedient. Wer anfängt zu wachsen, kommt mit 15 € für den Standard-Tarif meiner Meinung nach unheimlich weit.

Ein echter Kritikpunkt: Brevo hat seinen Funktionsumfang nach dem Rebranding im Vergleich zum alten Sendinblue an einigen Stellen reduziert. Heatmaps in den Reports fehlen, bestimmte Automatisierungsfunktionen sind nur in teuren Tarifen verfügbar. Für den normalen Freelancer-Einsatz fällt das aber kaum ins Gewicht.

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MailerLite – günstig und aufgeräumt, aber mit Einschränkungen

MailerLite ist beliebt, weil es simpel ist. Die Oberfläche wirkt modern, der Editor macht wenig Probleme, und für kleine Listen war der Free-Tarif lange sehr großzügig. Ja richtig, war. Seit September 2025 ist das kostenlose Kontingent von 1.000 auf 500 Abonnenten halbiert worden. Viele Free-Nutzer wurden davon eiskalt erwischt.

MailerLite Tarife im Überblick (Stand 05/2026)

TarifPreis (bis 500 Kontakte)E-Mails/MonatBesonderheit
Free0 €/$12.000500 Kontakte, Logo sichtbar, keine Templates
Growing Businessab 9 $/MounbegrenztBis zu 3 digitale Produkte verkaufen, 3 User
Advancedab 18 $/MounbegrenztKI-Assistent, HTML-Editor, Facebook-Integration

Was MailerLite von Brevo unterscheidet: Es rechnet nach Kontaktanzahl ab, nicht nach E-Mails. Das ist bei sehr kleinen Listen günstig, wird aber teuer, sobald deine Liste wächst. Insbesondere, wenn du nicht jeden Kontakt regelmäßig anschreibst.

Ein relevanter Punkt für Deutschland: MailerLite hat seinen Serverstandort in Lettland (EU-konform, aber nicht in Deutschland), der Support läuft ausschließlich auf Englisch, und das Interface ist ebenfalls nicht auf Deutsch verfügbar. Für viele Selbstständige ist das kein Problem, dennoch du solltest es wissen.

Mailchimp – bekannt, aber für Deutschland problematisch

Mailchimp ist das Tool, das die meisten kennen. Und das ist auch der einzige Grund, warum ich es hier noch aufführe. Denn für Selbstständige in Deutschland empfehle ich es nicht – und das hat einen konkreten Grund.

Mailchimp gehört seit 2021 zu Intuit, einem US-amerikanischen Unternehmen. Die Datenverarbeitung findet zumindest teilweise in den USA statt. Das ist datenschutzrechtlich eine Grauzone, die du als selbstständige Person in Deutschland nicht ignorieren solltest. Dazu kommt, dass Mailchimp seinen kostenlosen Tarif im Januar 2026 erneut limitiert hat. Mit dem Tarif bist du auf 250 Kontakte und 1.000 E-Mails pro Monat beschränkt. Und im April 2026 gab es on top eine Preiserhöhung.

Mailchimp Tarife im Überblick (Stand 05/2026)

TarifPreisKontakteBesonderheit
Free0 $500davon 250 aktive Kontakte, 1.000 Sendungen/Mo, Werbebanner
Essentialsab ca. 9 €/Mobis 500Abrechnung in USD – Wechselkursrisiko
Standardab ca. 32 €/Moab 500Automationen, A/B-Tests

Außerdem: Mailchimp rechnet nach allen Kontakten ab, also auch nach abgemeldeten und inaktiven. Das treibt die Kosten schnell in die Höhe. Kurzum: teurer, datenschutzrechtlich riskanter, und der kostenlose Plan wird immer schlechter. Für jemanden der gerade erst anfängt ist das kein guter Start.

Der direkte Vergleich: Brevo vs. MailerLite vs. Mailchimp

KriteriumBrevoMailerLiteMailchimp
Preislogiknach E-Mailsnach Kontaktennach Kontakten
Einstieg kostenlos✓ 300/Tag✓ 500 Kontakte✓ 250 Kontakte
Bezahlt ab7 €/Mo9 $/Mo~9 €/Mo
DSGVO-Server✓ Deutschland/EU~ Lettland (EU)✗ teilweise USA
Deutsch (UI+Support)
Automation im Free~ (bis 2.000 Kontakte)
Empfehlung⭐ Erste WahlGute AlternativeNicht empfohlen für DE
DSGVO-konformes E-Mail-Marketing für Selbstständige

Mein Urteil: Wer sollte welches Tool nutzen?

Brevo ist meine klare Empfehlung für Selbstständige in Deutschland. Europäischer Anbieter, deutscher Serverstandort, deutschsprachiger Support, faire Preisstruktur nach E-Mail-Volumen statt Kontaktzahl – und ich nutze es selbst. Der Standard-Tarif reicht für die meisten Solo-Selbstständigen locker aus.

MailerLite ist eine brauchbare Alternative, wenn du wirklich klein anfängst und mit dem englischsprachigen Interface kein Problem hast. Sobald deine Liste wächst, wird der Preisvergleich mit Brevo interessant und fällt ehrlicherweise oft zugunsten von Brevo aus.

Mailchimp würde ich für neue Selbstständige in Deutschland nicht empfehlen. Die Datenschutz-Situation ist unklar, die Preise steigen regelmäßig, und der kostenlose Plan wird kontinuierlich schlechter. Wer bereits Mailchimp nutzt, sollte zumindest einmal ernsthaft über einen Wechsel nachdenken.

Du nutzt bereits mehrere digitale Tools in deiner Selbstständigkeit? Dann lohnt sich ein Blick auf meinen Überblick zu Tools für Selbstständige 2026. Dort findest du auch Tools für Rechnungsstellung, Zeiterfassung, Buchhaltung und Projektmanagement.

Häufige Fragen zu E-Mail-Marketing-Tools für Selbstständige

Ist Brevo wirklich DSGVO-konform?

Ja. Brevo (ehemals Sendinblue) hat seinen Serverstandort in Deutschland und Frankreich. Außerdem ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO direkt im Account unter „Rechtsdokumente“ abrufbar und du musst ihn nicht gesondert anfordern. Das Tool wurde zudem vom TÜV Rheinland geprüft. Als Nutzer bist du trotzdem in der Pflicht, nur Empfänger mit Double-Opt-in anzusprechen.

Welches E-Mail-Tool eignet sich am besten für sehr kleine Listen unter 500 Kontakten?

Mit unter 500 Kontakten reicht der kostenlose Tarif von Brevo oder MailerLite für den Anfang aus. Brevo erlaubt 300 E-Mails pro Tag (das sind rund 9.000 pro Monat), MailerLite gibt 12.000 E-Mails pro Monat frei. Beide zeigen ihr Logo in deinen E-Mails, was für einen professionellen Eindruck langfristig nicht ideal ist. Sobald du regelmäßig schreibst, lohnt sich ein günstiger Bezahltarif ab 7–9 € pro Monat.

Kann ich meine Liste später zu einem anderen Tool migrieren?

Ja, alle drei Tools erlauben den Export deiner Kontaktliste als CSV-Datei. Die Migration selbst ist technisch kein Problem. Du solltest allerdings beachten, dass bestehende Automationen und Templates im neuen Tool neu aufgebaut werden müssen. Wenn du am Anfang stehst, ist ein Wechsel einfacher als nach zwei Jahren mit bereits aufwendigen Workflows und Mail-Sequenzen.

Brauche ich als Selbstständiger überhaupt E-Mail-Marketing?

Nicht jeder muss eine Mailingliste aufbauen. Aber wenn du Kunden, Leser oder Interessenten hast, die du regelmäßig mit nützlichen Inhalten versorgen willst, und das ohne vom Plattform-Algorithmus abhängig zu sein, dann ist eine eigene Liste das zuverlässigste Mittel. Du besitzt die Liste quasi und niemand kann dir die Reichweite wegnehmen. Das ist der entscheidende Unterschied zu Social Media. Zudem kannst du dein E-Mail-Marketing Tool von der Steuer als Betriebsausgabe absetzen. Wenn du mehr dazu lesen möchtest, habe ich eine Auflistung der häufigsten Betriebsausgaben für Freelancer erstellt.

Fazit: Fang einfach an

Die Wahl des Tools ist nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem ist, dass viele Selbstständige gar nicht anfangen, weil sie noch das perfekte Tool suchen.

Meine Empfehlung: Brevo kostenlos testen, eine erste Liste anlegen und eine einfache Willkommens-Mail einrichten. Mehr brauchst du am Anfang nicht. Den Rest lernst du, wenn du ihn brauchst.

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Rechnungen, Buchhaltung, Geschäftskonto – wenn du deinen gesamten Tool-Stack als Selbstständiger aufräumen willst, schau dir meinen Artikel zu den besten Buchhaltungsprogrammen an. Falls es mit dem Schreiben von ordnungsmäßen Rechnungen hapert, lies gerne meinen Artikel dazu.

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