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Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.
Du willst als Freelancer endlich online sichtbar sein? Du weißt aber noch nicht, wo du anfangen sollst? Domain, Hosting, WordPress, Impressum, Datenschutz. Die Liste wirkt endlos lang. So viele To-Dos bevor auch nur eine Zeile Text auf deiner Website steht. Dabei brauchst du für den Start deutlich weniger, als dir die meisten Tech-Blogs einreden wollen.
Was brauchst du für eine Freelancer-Website?
Eine Freelancer Website erstellen bedeutet, du musst eine Domain sichern, ein Hosting buchen, WordPress installieren und dein Impressum nach § 5 DDG (der Nachfolger vom Tele-Medien Gesetz) anlegen. Das Minimum sind 6 technische Pflichtbausteine und 4 Inhaltsseiten. Das alles ist für unter 15 Euro im Monat umsetzbar.
Was davon wirklich Pflicht ist, was du weglassen kannst und wo die häufigsten Rechtsfehler passieren, zeige ich dir in diesem Artikel.
Was eine Freelancer-Website leisten muss
Eine Freelancer-Website hat meist eine einzige Kernaufgabe. Sie soll potenzielle Auftraggeber in weniger als 30 Sekunden davon überzeugen, dass du die richtige Person für ihren Job bist. Nicht mehr, nicht weniger.
Du brauchst keine 10 Unterseiten, keinen Blog (zumindest nicht am Anfang) und keinen aufwändigen Online-Shop. Was du brauchst, ist Klarheit, die dem Betrachter mit einem Blick vermittelt wird. Wer bist du, was machst du, wie können potenzielle Kunden dich erreichen? Eine gradlinige Positionierung ist hier das A und O.
Und dann gibt es noch die Rechtspflichten. Die übersehen viele und kassieren dann am Ende des Tages teure Abmahnungen. Dazu aber gleich mehr.

Das brauchst du wirklich: Die Pflicht-Checkliste
1. Domain: Dein Name im Internet
Die Domain ist deine Adresse im Netz und gleichzeitig eine Branding-Entscheidung. Ideal wäre „dein-name.de“ oder „deinservice-ort.de“. Halte sie kurz, merkbar und ohne Bindestriche, wenn möglich. De-und .Com-Endungen vermitteln dabei ein gewisses Sicherheitsgefühl, zumindest, wenn du dich in Deutschland zeigen willst.
Kosten: Eine .de-Domain kostet zwischen 50 Cent und 2 Euro pro Monat. Anbieter wie All-Inkl, IONOS oder Strato bieten Domain + Hosting in einem Paket an.
Fehler vermeiden: Keine Domains mit Trademarks wählen (z.B. „Nike-Freelancer.de“). Prüfe vorher, ob die Domain bereits als Marke eingetragen ist.
2. Hosting: Der Ort, wo deine Website wohnt
Hosting bedeutet, dass deine Website-Dateien auf einem fremden Server liegen, der rund um die Uhr erreichbar ist. Für Freelancer reicht Shared Hosting am Anfang völlig aus. Das kostet zwischen 3 und 8 Euro im Monat.
Achte unbedingt auf deutsche Server (das ist wichtig für die DSGVO) und guten Support. Empfehlenswerte Anbieter für Einsteiger sind beispielsweise All-Inkl oder Raidboxes (WordPress-spezialisiert).
Wichtig: Domain und Hosting beim gleichen Anbieter zu haben macht die Verwaltung einfacher. Besonders, wenn du technisch noch nicht fit bist.
3. CMS: Womit du deine Website baust
WordPress ist für Freelancer das Standardwerkzeug und das aus gutem Grund. Es ist kostenlos, flexibel und es gibt tausende, kostenfreie Tutorials auf YouTube. Alternativ funktionieren Baukastensysteme wie Jimdo oder Squarespace, für einen schnellen Start ohne Technik-Kenntnisse.
Mein Tipp: Wenn du langfristig eine professionelle Website willst, investiere von Anfang an in WordPress. Mit einem guten Theme (Kadence oder Astra – beide kostenlos) bist du in wenigen Stunden schon startklar.
Baukastensysteme sind schneller, aber du hast weniger Kontrolle. Zudem zahlst du dauerhaft mehr: Jimdo ab 11 €/Monat, Squarespace ab 12 €/Monat (jeweils als Jahresvertrag, netto). WordPress selbst kostet nichts.
4. Impressum: Rechtspflicht, kein „mal schauen“
Sobald du als Freelancer eine Website betreibst, greift die Impressumspflicht nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG). Dieses Gesetz ist der Nachfolger des TMG. Bei der Impressumspflicht gibt es keine Ausnahme und auch keinen Ermessensspielraum.
Das Impressum muss mit maximal zwei Klicks erreichbar sein und folgende Angaben enthalten:
- Vollständiger Name
- Eine ladungsfähige Adresse (kein Postfach! aber zB eine Adresse über eine Impressumsagentur)
- Deine E-Mail-Adresse ausgeschrieben (kein bloßes Kontaktformular, denn das reicht als Ersatz nicht aus)
- Und eine weitere Kontaktmöglichkeit wie eine Telefonnummer.
Wer reglementierten Berufen angehört, also Ärzte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, muss zusätzlich die Kammerzugehörigkeit angeben (§ 5 Abs. 1 Nr. 5 DDG). Für die meisten Freelancer (Texter, Designer, Entwickler etc.) reichen die Grundangaben.
Hast du eine Umsatzsteuer-ID (z. B. weil du umsatzsteuerpflichtig bist), muss diese ebenfalls ins Impressum. So schreibt es § 5 Abs. 1 Nr. 6 DDG vor.
Achtung Privatadresse: Ja, du musst deine echte Wohnadresse angeben. Ein Postfach reicht laut BGH-Urteil vom 07.07.2023 (Az. V ZR 210/22) nicht aus. Wer das umgehen möchte, kann eine Geschäftsadresse mieten. Beispielsweise bei einem Coworking-Space oder einem spezialisierten Impressumsadress-Dienst, der eine echte Empfangsvollmacht ausstellt. Reine Postfach-Dienste, ohne Empfangsvollmacht, reichen nicht.
Fehlendes oder unvollständiges Impressum kann zu Abmahnungen führen und nach § 33 DDG Bußgelder bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen. Nutze den (Werbung) kostenlosen Impressum-Generator von eRecht24. Der ist aktuell und rechtssicher.
5. Datenschutzerklärung: Pflicht nach DSGVO
Seit Mai 2018 gilt die DSGVO. Jede Website, die personenbezogene Daten verarbeitet, und das tut jede Website mit Kontaktformular oder externen Diensten wie Google Analytics, braucht eine Datenschutzerklärung.
Die muss folgendes abdecken: Welche Daten werden erhoben? Warum? Wie lange werden sie gespeichert? Welche Rechte hat der Nutzer? Welche Tools und Dienste sind auf der Seite aktiv?
Nutze auch hier den (Werbung) Datenschutz-Generator von eRecht24 oder Datenschutz-Generator.de. Diese aktualisieren die Texte automatisch, wenn sich die Rechtslage ändert, was bei kostenlosen Mustertexten nicht passiert.
Wichtig: Wenn du Google Analytics, Facebook Pixel oder andere Tracking-Tools nutzt, muss das einzeln in der Datenschutzerklärung aufgeführt und über ein Cookie-Banner abgefragt werden. Daher empfehle ich immer, dass die Datenschutzerklärung fachmännisch erstellt wird. Kostenlose Tools decken meist nicht alles ab oder sind sogar fehlerhaft.
6. SSL-Zertifikat: HTTPS statt HTTP
Deine Website muss über HTTPS laufen, denn das verschlüsselt die Verbindung zwischen Besucher und Server. Ohne SSL zeigen Browser eine Sicherheitswarnung an und Google bewertet die Seite schlechter.
Die gute Nachricht ist, das fast alle Hoster kostenlose SSL-Zertifikate über Let’s Encrypt anbieten. Du aktivierst das einmal im Hosting-Panel und fertig. Kein Extra-Aufwand, keine Extra-Kosten.

Die 4 Seiten, die deine Website braucht
Mehr Seiten bilden am Anfang keinen Mehrwert, denn sie lenken nur ab. Diese vier Seiten reichen für den Start:
- Startseite: Wer bist du, was machst du, für wen arbeitest du oder welche Projekte hast du betreut. Besonders Probearbeiten oder Grafiken wirken hier sehr gut.
- Leistungen: Was bietest du konkret an? Mit Preisrahmen, wenn möglich.
- Über mich: Kurze Geschichte, deine Erfahrung, dein Stil. Es sollte aber kein Lebenslauf sein.
- Kontakt: Formular oder E-Mail-Adresse. Einfach, schnell, keine Hürden.
Impressum und Datenschutz kommen als Pflichtseiten dazu, aber die zählen nicht als echte Inhaltsseiten.
Was du weglassen kannst (erstmal)
Blog: Nur wenn du regelmäßig schreibst und eine klare Strategie hast. Verwaiste Blogs mit dem letzten Artikel von 2022 schaden eher und vermitteln Lieblosigkeit.
Portfolio-Plugin: Es reicht zu Beginn ein einfaches Bildergrid. Ein aufwändiges Plugin-Setup ist erstmal nicht nötig.
Newsletter-Integration: Ist erst sinnvoll, wenn du regelmäßig Content produzierst. Für den Start kannst du es einfach weglassen.
Buchungs-Kalender: Schön, aber nicht nötig. Ein Kontaktformular inklusive einer Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden reicht für Erstgespräche.
Wie lange dauert das wirklich? Ein realistischer Zeitplan
Die meisten Anleitungen sagen dir was du brauchst, aber nicht, wie lange es dauert. Hier ist meine ehrliche Einschätzung für jemanden, der zum ersten Mal eine Website aufsetzt:
- Domain auswählen und registrieren: 10–15 Minuten
- Hosting buchen und einrichten: 20–30 Minuten
- WordPress installieren (1-Click bei gutem Hoster): 5 Minuten
- Theme auswählen und aktivieren: 15–20 Minuten
- SSL-Zertifikat aktivieren: 5 Minuten
- Impressum erstellen (Generator + einbauen): 20–30 Minuten
- Datenschutzerklärung erstellen (Generator + einbauen): 20–30 Minuten
- Kontaktformular einrichten und testen: 15 Minuten
- Die 4 Kernseiten befüllen: 2–3 Stunden
Realistisches Gesamtfazit: 4–5 Stunden für eine fertige, rechtssichere Website. An einem Nachmittag schaffbar, wenn du vorher weißt, was du schreibst und wie sie aussehen soll.
Was die meiste Zeit kostet, sind nicht die technischen Schritte. Es sind die eigenen Texte. Wenn du vor dem leeren „Über mich“-Feld sitzt und weiß plötzlich nicht mehr, was du über sich schreiben sollst, dann sei gewiss, dass ich das auch sehr gut kenne. Mein Tipp: Mach vorher ein Brainstorming. Auf was bin ich stolz? Was habe ich bisher beruflich erreicht? Was möchte ich mit der Welt an Erfolgen teilen? Was sagen meine Kunden positives über mich? Schreib die Notizen vorher in ein normales Dokument auf. Beim Übertrag in WordPress geht das Einbauen deutlich schneller und meist fließt der Text dann nur so.
Tools, die Freelancer wirklich nutzen
Wenn die Website steht, kommt schnell die Frage nach weiteren Tools, wie Buchhaltung, Zeiterfassung oder Rechnungen schreiben. All das läuft bei professionellen Freelancern heute über spezialisierte Software.
Buchhaltungsprogramme wie (Werbung) Lexoffice oder (Werbung) sevdesk übernehmen die Rechnungserstellung, Belegerfassung und Buchhaltung, komplett unabhängig davon, welche Website du nutzt. Was du bei der Rechnung als Freelancer beachten musst, erkläre ich in einem eigenen Artikel.
Für Zeiterfassung bei Projekten gibt es spezialisierte Tools für Freelancer, die oft auch eine Anbindung an deine Buchhaltungssoftware mitbringen.
Schritt für Schritt: Freelancer-Website erstellen
Schritt 1: Domain sichern
Wunsch-Domain prüfen und sofort registrieren. Domains sind kostengünstig, aber auch beliebt. Kombiniere Hosting und Domain beim gleichen Anbieter. Das garantiert einen reibungsloseren Aufbau.
Schritt 2: WordPress installieren
Gute Hoster installieren WordPress auf Knopfdruck (1-Click-Install). Danach Theme auswählen, aktivieren, fertig. Kadence Theme (kostenlos) ist eine solide Wahl für Freelancer.
Schritt 3: Pflichtseiten anlegen
Impressum und Datenschutzerklärung vor dem Launch anlegen, nicht danach. Generator nutzen, Text anpassen, als Seite in WordPress anlegen und zum Schluss im Footer verlinken.
Schritt 4: Inhaltsseiten befüllen
Startseite, Leistungen, Über mich und Kontakt – in dieser Reihenfolge. Texte kurz halten und unbedingt auch auf dem Smartphone testen, bevor du online gehst.
Schritt 5: SSL aktivieren und testen
Im Hosting-Panel SSL aktivieren. Danach im Browser prüfen: Zeigt die Adresszeile ein Schloss-Symbol? Dann läuft alles korrekt.
Schritt 6: Kontaktformular einrichten
WPForms Lite (kostenlos) ist das einfachste Plugin dafür. Installieren, einrichten, Testmail schicken und die Weiterleitung prüfen. Nichts ist ärgerlicher, als eine Anfrage die im Nirgendwo landet.
Checkliste: Freelancer Website erstellen – das Minimum für den Launch
- ✅ Domain registriert
- ✅ Hosting gebucht (deutsche Server)
- ✅ WordPress installiert + Theme aktiviert
- ✅ SSL-Zertifikat aktiv (HTTPS)
- ✅ Impressum nach § 5 DDG vollständig (inkl. E-Mail ausgeschrieben)
- ✅ Datenschutzerklärung nach DSGVO
- ✅ Impressum + Datenschutz im Footer verlinkt (max. 2 Klicks erreichbar)
- ✅ Kontaktformular funktioniert (Testmail)
- ✅ Startseite, Leistungen, Über mich, Kontakt befüllt
- ✅ Mobile Ansicht geprüft
Diese Checkliste deckt das Minimum ab. Alles darüber hinaus, wie Blog, Portfolio-Erweiterung, Newsletter, SEO-Optimierung, kommt danach.
Häufige Fragen
Brauche ich als Freelancer wirklich eine eigene Website?
Kurz gesagt: ja. Ein LinkedIn-Profil oder ein Xing-Account ersetzt keine eigene Website. Du hast dort keine Kontrolle über Darstellung, Algorithmus und Erreichbarkeit. Eine eigene Domain ist der einzige digitale Auftritt, der dir wirklich gehört.
Was kostet eine Freelancer-Website im Monat?
Realistisch für einen sauberen Einstieg: 5–12 Euro pro Monat für Hosting inkl. Domain, 0 Euro für WordPress und ein kostenloses Theme wie Kadence. Ein rechtssicheres Impressum und eine Datenschutzerklärung bekommst du kostenlos über Generatoren. Die Gesamtkosten pro Monat am Anfang belaufen sich auf unter 15 Euro.
Darf ich meine Privatadresse im Impressum weglassen?
Jein. Du brauchst eine ladungsfähige Anschrift im Impressum. Das bedeutet eine Adresse, an der du tatsächlich erreichbar bist. Wer die Privatadresse schützen möchte, kann eine Geschäftsadresse mieten. Zum Beispiel bei einem Coworking-Space oder einem spezialisierten Dienst mit echter Empfangsvollmacht. Reine Briefkasten-Services und Postfachadressen reichen nicht.
WordPress oder Baukasten – was ist besser für Freelancer?
Wenn du langfristig professionell auftreten willst ist WordPress immer die bessere Wahl. Es ist kostenlos, flexibel und du bist nicht vom Anbieter abhängig. Baukastensysteme (Squarespace, Jimdo) sind schneller für den ersten Start, kosten aber monatlich mehr und schränken dich bei Erweiterungen oder Features ein. Für ernsthafte Freelancer empfehle ich WordPress von Anfang an.
Wie lange dauert es, eine Freelancer-Website zu erstellen?
Realistisch gerechnet: 4–5 Stunden für alles zusammen, wenn du vorher weißt, was du schreiben willst. Die technischen Schritte, Domain, Hosting, WordPress, SSL, sind in 1–1,5 Stunden erledigt. Den Rest der Zeit investierst du in die Gestaltung deiner Texte, die Datenschutzerklärung und dem Impressum. Wer die eigenen Texte vorher in einem Dokument vorbereitet, ist deutlich schneller.
Fazit: Schlank starten, gezielt wachsen
Eine Freelancer-Website muss nicht perfekt sein, sie muss funktionieren. Domain, Hosting, WordPress, Impressum, Datenschutz und vier Kernseiten. Das ist dein Minimum, das dich schützt und gleichzeitig sichtbar macht.
Alles andere kommt, wenn die ersten Aufträge laufen. Besser eine schlanke Website live als eine perfekte Website auf dem Rechner.
Wenn du neben der Website auch deine Finanzen im Griff haben willst: Ein gutes Buchhaltungsprogramm nimmt dir viel Arbeit ab. Was aktuell für Freelancer am besten funktioniert, siehst du im Überblick über Tools für Selbstständige.
Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.
